Klimawandel - woran merkt ihr es

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schmidtsmikey
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Klimawandel - woran merkt ihr es

Beitragvon schmidtsmikey » 13.02.2020, 17:04

Es gibt ein neues Unterforum namens Umwelt & Klima? Ein Unterforum in einem Hardware-Forum? Hmm...wie fange ich nun an? Naja, ich möchte nicht noch der 1.034.254.579'ste sein, der das Thema aufgreift, weil es irgendwie gerade durch die Medien geht. Wobei es schon seit Jahren durch die Medien geht. Forscher warnen, Wetter-Experten weißen darauf hin, dass die Temperaturen regelmäßig zu hoch sind...

Bis jetzt habe ich das alles wahr genommen, war mir aber nie so wirklich sicher, ob es der Klimawandel ist oder nicht nur eine "Wetterphase". Ganz ehrlich: ich habe keine Ahnung. Ich lasse mich nicht durch Hysterie anstecken, ignoriere aber auch nicht die Hinweise.

Dieses Jahr ist es irgendwie anders
Ich fahre täglich zu Arbeit, gehe regelmäßig bei Wind & Wetter Joggen und bin sonst gerne Draußen. Mit weißen Weihnachten rechne ich schon lange nicht mehr, aber die Monate Januar und Februar bedeuteten für mich immer: "bist Du Draußen unterwegs, frierst Du Dir den Arsch ab". Im März kommen dann die ersten Tage, wo man nicht den Kälte-Hammer morgens um den Kopf gestoßen bekommt. Es war ein erleichterndes Gefühl: endlich wird es etwas wärmer.

Aber dieses Jahr? Hier in Hamburg nicht einmal richtig Frost. Im Dezember sind die Leuten mit offenen Cabrio durch die Stadt gefahren. Die dicke Winter-Daunen-Jacke brauche ich nicht, weil die Temperaturen irgendwo zwischen +5 bis +15 Grad schwanken. Ich habe immer gesagt, Nachts darf es nicht kälter als 10 Grad werden, dann kann man problemlos Camping-Urlaub machen. Wäre dieses Jahr im Januar locker drin gewesen. Wahnsinn!!!

Selbst die Aussicht für Februar ist miserabel. Aussicht für für die nächsten 16 Tage. Regen, 7-15 Grad. Erschreckend.

Schnee? Zugefrorene Alster? Gelächter. Ich denke, dieses Jahr wird es das erste mal sein, dass ich überhaupt keine einzige Schneeflocke gesehen habe.

Und hier einmal Messdaten, die mein Gefühl bestätigen: https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitt ... _news.html

Zitat:
Schleswig-Holstein und Hamburg: Schleswig-Holstein war im Januar 2020 mit etwa 85 l/m² (64 l/m²) das nasseste, mit rund 25 Stunden (39 Stunden) das sonnenscheinärmste, sowie mit 5,3 °C (0,3 °C) neben Hamburg und Bremen das mildeste Bundesland. Der Januar 2020 war sogar der drittwärmste seit Messbeginn 1881: Nur 1975 mit 5,7 °C und 2007 mit 5,6 °C verlief der Monat noch milder. Hamburg war mit 5,3 °C (0,5 °C) neben Schleswig-Holstein und Bremen das wärmste sowie mit über 80 l/m² (61 l/m²) das zweitniederschlagsreichste Bundesland. Mit gut 30 Stunden (39 Stunden) gehörte es zu den sonnenscheinarmen Bundesländern.


Wie sieht es bei Euch aus? Postet doch mal beispiele, woran ihr merkt, dass der Klimawandel nicht nur vor der Tür steht, sondern schon im Haus ist.

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czuk
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Re: Klimawandel - woran merkt ihr es

Beitragvon czuk » 13.02.2020, 22:42

Wetter hängt länger über der gleichen Stelle als noch vor einigen Jahrzehnten, der Golfstrom verlangsamt sich, in Folge bleiben Hochs wie Tiefs länger über einem Ort; das Resultat -> stärkere Überschwemmungen und Schneechaos wenn es denn mal kalt wird, im Sommer lange Dürreperioden (wie die letzten Jahre) oder auch mal Dauerregen alternativ.
Können wir heute alle sofort auf fossile Treibstoffe verzichten?
Vielleicht noch nicht in breiter Masse.
Können wir heute auf SUVs verzichten? Ja. Und dennoch kaufen wir sie wie blöde, kaufen unser 28-Tage Hühnchen, das günstige Steak in regelmäßigen Abständen und auf ein Tempolimit lassen wir uns schon erst garnicht ein, wo kämen wir da hin.
Natürlich darf eine Windkraftanlage auch nicht vor dem Fenster stehen und nur Bio kaufen geht ja auch nicht, weil viel zu teuer.

Aber dafür bitte mehr Netflix, Amazon Prime und Handys weit über 200€, weil das sind ja schließlich essentielle Grundrechte.

Was zu tun ist, wissen wir seit Jahrzehnten.
Ist halt blöde, weil man muss sich ja ändern.
Wir werden uns jedoch nicht durch Vernunft ändern, schon garnicht in Zeiten der alles negierenden hohlen und dumpfen Redneck-Diplomatie.
Wir lernen nur durch Schmerz befürchte ich, wenn es zu spät sein wird.

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Re: Klimawandel - woran merkt ihr es

Beitragvon schmidtsmikey » 14.02.2020, 08:35

Entweder der Preis muss deutlich steigen oder Gesetze müssen es verbieten, ansonsten verzichtet der Mensch nicht.

Und passend zum Thema. Der Januar war der wärmste seit Aufzeichnung: https://www.gmx.net/magazine/panorama/w ... n-34430616

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Re: Klimawandel - woran merkt ihr es

Beitragvon schmidtsmikey » 14.02.2020, 09:31

Anstieg des Meeresspiegels verdreifacht sich in 80 Jahren
https://www.bild.de/news/ausland/news-a ... .bild.html

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Re: Klimawandel - woran merkt ihr es

Beitragvon Bobbin » 26.02.2020, 12:27

czuk hat geschrieben:Wetter hängt länger über der gleichen Stelle als noch vor einigen Jahrzehnten, der Golfstrom verlangsamt sich, in Folge bleiben Hochs wie Tiefs länger über einem Ort;


Kann ich nicht bestätigen, eher öfter April-Wetter: stürmisch mit schnell wechselnden Wetterlagen.

Wenn der Golfstrom langsamer wird, bekommen wir hier eher Kontinentalklima (siehe Winter in Rumänien) - also sollte es kälter im Winter werden.

schmidtsmikey hat geschrieben:Entweder der Preis muss deutlich steigen


dann wird es mehr Kriminalität geben ...

schmidtsmikey hat geschrieben:oder Gesetze müssen es verbieten,


dann wird es mehr Kriminalität geben ...

schmidtsmikey hat geschrieben:ansonsten verzichtet der Mensch nicht.


Könnte der Mensch tatsächlich verzichten, würde der Spruch lauten:
Würde sich der Mensch beim Bäumefällen, beim Fischefangen und beim Flüssevergiften einschränken, dann würde er merken, dass er weniger Geld hat.

Aber der Spruch lautet anders, und ich glaube, der alte Mann hatte Recht.

Gruß Bobbin

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Re: Klimawandel - woran merkt ihr es

Beitragvon czuk » 26.02.2020, 17:54

Bzgl Wetter, stehende Wetterlagen brauchst du nicht bestätigen oder in deinem Fall negieren, macht die Wissenschaft für uns.
Es ist übrigens kein Kontinentalklima, denn das wäre starke Temperaturschwankungen bei gleichzeitiger Trockenheit. Der Einfluss der Meere wird jedoch bleiben, nur langsamer mit mehr Statik, dh zB längere Niederschläge über der gleichen Region, oder auch längere Hochwetter-Phasen.

Zur Kriminalität; die ist ein Fall für sich.


Die Erkenntnis: "wenn wir das wollen dann wird es..."

Dieser Mechanismus stimmt. Es wird immer eine Konsequenz haben. Zur Not eben die des Bestandes unserer Spezies mit Lebensgewohnheiten wie wir sie heute kennen und wollen. Und auch da wieder, was auch immer kennen und wollen heißt. Nichts tun oder auf Wunder hoffen ist keine Option, oder je nach Gemüt vielleicht auch die einzige, wenn man Veränderungen nicht akzeptieren will.
Machen wir seit über 30 Jahren erfolgreich.

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Re: Klimawandel - woran merkt ihr es

Beitragvon Bobbin » 27.02.2020, 07:39

czuk hat geschrieben:Bzgl Wetter, stehende Wetterlagen brauchst du nicht bestätigen oder in deinem Fall negieren,


Ohne Golfstrom hätten wir das Klima wie Kanada.

czuk hat geschrieben:Nichts tun oder ...
Machen wir seit über 30 Jahren erfolgreich.


Das ist Deine sehr persönliche Meinung. Seit über hundert Jahren machen wir Gewinnmaximierung - und täglich kommt die Ansage über alle Medien, dass es dazu keine Alternative gibt.

Gruß Bobbin

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Re: Klimawandel - woran merkt ihr es

Beitragvon czuk » 27.02.2020, 08:04

Ich schrieb nicht, dass wir keinen Golfstrom haben werden, sondern dieser sich verlangsamt.

https://www.mdr.de/wissen/umwelt/warum- ... r-100.html


Und weil Medien schreiben es gäbe keine Alternative gibt es also keine? Welche Medien sind das denn neben Wirtschaftsmedien und politischen? Es gibt in einem begrenztem System wie die Erde nunmal Grenzen und damit kein ewiges Wachstum, auf dem der Kapitalismus aufbaut.
Im Übrigen nicht die meine Meinung, sondern Fakten der Wissenschaft und die ist nunmal nicht strittig, im Gegensatz zu Meinungen. Wird nur heutzutage gerne ignoriert oder als Fachidiotentum von Populisten klein geredet.

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Re: Klimawandel - woran merkt ihr es

Beitragvon Bobbin » 11.03.2020, 21:48

czuk hat geschrieben:Im Übrigen nicht die meine Meinung, sondern Fakten der Wissenschaft und die ist nunmal nicht strittig, im Gegensatz zu Meinungen. Wird nur heutzutage gerne ignoriert oder als Fachidiotentum von Populisten klein geredet.


Deine Meinung zu Wissenschaft ist recht einseitig - hier mal ein Hinweis, wie Wissenschaft für politische Zwecke manipuliert wird:
https://www.youtube.com/watch?v=PC1Dw1lfLtI
Evtl. solltest Du Dich selbst mal mit wissenschaftlicher Arbeitsweise befassen.

Im Übrigen hatte der TE nach empirischen, nicht nach wissenschaftlichen Erfahrungen gefragt. Da ist der Golfstrom kein gutes Beispiel, besonders, wenn er für Hurrikans an der US Küste herangenommen wird (Dein Link).

Aber ich habe eine Beobachtung gemacht, die deutschlandweit vorhanden ist und sicherlich im Klimawandel verursacht ist: der Zustand der Wälder. Selbst Nadelwälder sehen großflächig wie Laubwälder aus aufgrund der geringen Niederschläge die vergangenen zwei Jahre. Zumindest das, was nach den letzten Stürmen noch steht.

Im Spiegel steht das auch:
https://www.spiegel.de/wissenschaft/nat ... 79002.html

Im Bundesministerium für Landwirtschaft allerdings ist das noch nicht angekommen:
https://www.waldkulturerbe.de/aktuelles/

Gruß Bobbin

edit:
Schönes Zitat von Dante:
Die heißesten Plätze in der Hölle sind für die reserviert, die in Zeiten großer moralischer Krisen strikte Neutrlität bewahren.
Quelle:
https://www.youtube.com/watch?v=stNEgZemu6g

Viel Spaß ;-)


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