Nvidia Geforce 4 Go und andere NVidia Geforce Go unter Windows 98/ME

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MIKKEY_DEE
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Nvidia Geforce 4 Go und andere NVidia Geforce Go unter Windows 98/ME

Beitragvon MIKKEY_DEE » 04.01.2019, 12:21

Moin,

ich habe endlich eine saubere(!!!) Lösung gefunden, wie man NVidia Geforce 4 Go und andere NVidia Geforce Go
Grafikkarten unter Windows 98/ME ohne Einschränkungen und voller Funktionalität zum laufen bekommt,
auch wenn es offiziell keinen Support dafür gibt und so ziemlich alle Links, welche man dazu findet,
nach den vielen Jahren tot sind!

Grund dafür ist, dass ich wieder ein neues Retro Notebook mit Geforce 4 Go 440 habe (Dell Inspiron 8200) und
- des Look & Feels wegen - unbedingt Windows 98/ME drauf haben wollte und kein XP.

Und vielleicht gibt es da draußen noch genug andere Bekloppte wie mich, welche sich auch heute noch mit so
altem Kram beschäftigen und zufällig auch ein altes Notebook mit NVidia Geforce Go haben und - unabhängig vom
Herstellersupport - dieses sauber mit Windows 98/ME betreiben möchten :crazy:

Da mich die Recherche und das Finden tatsächlich mehrere Stunden gekostet hat, stelle ich hier mal die Lösung rein,
die man so - so glaube ich - nirgends finden wird... Vielleicht brauche ich das selbst auch mal wieder :lol:

Vorab sei gesagt, dass die Sache unter Windows 98/ME bei mobilen NVidia Grafikkarten etwas frickeliger ist,
als bspw. bei Desktop Karten oder gar bei ATI Karten, weil:

1.) Es KEINE Nvidia Omega Treiber für Windows 98/ME MIT Support für mobile Grafikchips gibt
2.) Es KEINE Treiber für mobile Grafikchips für Windows 98/ME von NVidia gibt
3.) Nvidia Omega Treiber MIT Support für mobile Grafikchips AUSSCHLIEßLICH für Windows 2k/XP verfügbar sind
4.) ATI Omega Treiber unterstützen im Gegensatz zu NVidia Omega ALLE Grafikkarten und können einfach rüber gebügelt werden

...aber es ist nicht unmöglich! Also was brauchen wir:

1.) Ein Notebook mit NVidia Geforce Go Grafikkarte
2.) Windows 98 oder Windows ME
3.) Feststellung der Device ID
4.) NVidia Omega Treiber 1.4523 für Win9x/ME
5.) NVidia ForceWare 53.04 für Win9x/ME

Und wie machen wir's?

Ich erläutere den Vorgang SCHRITT FÜR SCHRITT an einem eigenen Beispiel der Geforce 4 Go 440 (Dell).
Das ganze sieht vereinzelt zwar komplizierter aus als es ist, aber es ist recht simpel.

Sollten schon Treiber installiert worden sein, müssen diese erst vollständig und sauber deinstalliert werden!
Im Zweifel auch noch den Driver Cleaner rüber laufen lassen, um wirklich alles zu entfernen.


https://www.chip.de/downloads/Driver-Cleaner-PE_13009243.html


LOS GEHT'S:


1.) Wir laden uns den NVidia Omega Treiber 1.4523 für Windows 98/ME runter und entpacken diesen.
https://www.3dfxzone.it/drivers/?objid=1648
Der Treiber entpackt sich selbstständig nach "C:\Programme\NVidia Omega Drivers v1.4523"


2.) Wir laden uns den NVidia ForceWare 53.04 für Windows 98/ME runter
(https://www.philscomputerlab.com/uploads/3/7/2/3/37231621/nvidia_9x_53.04.zip)
Wir entpacken den Treiber bspw. nach "C:\Programme\Nvidia Display Treiber"


3.) Wir schauen nach, welche Device ID unsere Grafikkarte hat. Da Windows 98/ME hierfür keine Möglichkeit bietet,
gehen wir auf: https://envytools.readthedocs.io/en/latest/hw/pciid.html


4.) Demnach hat meine Grafikkarte die ID 0x0174. Das müssen wir uns schon mal merken


5.) Nun wechseln wir in das Verzeichnis des entpackten NVidida Omega Treibers und öffnen den Ordner "driver9M"


6.) Hier finden wir ein Datei namens "NVAML.inf" und öffnen diese mit einem Editor.

(gelegentlich kann es vorkommen, dass Windows 98/ME hier den Dienst verweigert.
Dann muss die Datei derweil kopiert und an einem anderen Rechner ab Windows XP aufwärts editiert werden)



7.) Wenn wir die Datei offen haben, scrollen wir bis "[Mfg]". Hier sehen wir eine Reihe von Device ID's.

%NVIDIA&DEV_0028.DeviceDesc% = NV5, PCI\VEN_10DE&DEV_0028
%NVIDIA&DEV_002C.DeviceDesc% = NV4, PCI\VEN_10DE&DEV_002C
%NVIDIA&DEV_002D.DeviceDesc% = NV5, PCI\VEN_10DE&DEV_002D

(...)


Nun Tragen wir in einer neuen Zeile unsere Grafikkarten ID nach dem selben Schema ein:

%NVIDIA&DEV_0028.DeviceDesc% = NV5, PCI\VEN_10DE&DEV_0028
%NVIDIA&DEV_002C.DeviceDesc% = NV4, PCI\VEN_10DE&DEV_002C
%NVIDIA&DEV_002D.DeviceDesc% = NV5, PCI\VEN_10DE&DEV_002D
%NVIDIA&DEV_0174.DeviceDesc% = NV17, PCI\VEN_10DE&DEV_0174

(...)


Wie man sieht, wird hier die ID, welche wir uns in Punkt 3 und 4 raus gesucht haben eingetragen.
Es bietet sich auch an, den Codenamen des Chips mit einzutragen.

Um auf Nummer sicher zu gehen, kann man eine weitere Zeile einfügen, da der Codename bei der
Geforce 4 Go 440 nicht N17 sondern N17M ist. Also fügen wir zur Sicherheit eine weitere Zeilen ein:


%NVIDIA&DEV_0028.DeviceDesc% = NV5, PCI\VEN_10DE&DEV_0028
%NVIDIA&DEV_002C.DeviceDesc% = NV4, PCI\VEN_10DE&DEV_002C
%NVIDIA&DEV_002D.DeviceDesc% = NV5, PCI\VEN_10DE&DEV_002D
%NVIDIA&DEV_0174.DeviceDesc% = NV17, PCI\VEN_10DE&DEV_0174
%NVIDIA&DEV_0174.DeviceDesc% = NV17M, PCI\VEN_10DE&DEV_0174

(...)



8.) Wir bleiben weiter in der Datei und scrollen runter. Unter der Auflistung der Device ID's werden
nun die Codenamen aufgelistet und die dazu gehörigen Installations-Strings:

[NV4]
CopyFiles=NV.Copy.inf, (...) und so weiter

[NV5]
CopyFiles=NV.Copy.inf, (...) und so weiter

(...)


Der Codename unseres mobilen Grafikchips kommt hier allerdings nicht vor, da wie bereits beschrieben,
die NVidia Omega Treiber für Windows 98/ME keine mobilen Grafikchips unterstützen.

Also kopieren wir einfach einen kompletten String-Block, zum Beispiel NV10:

(...)

[NV5]
CopyFiles=NV.Copy.inf, (...) und so weiter

[NV10]
CopyFiles=NV.Copy.inf, (...) und so weiter


[NV10GL]
CopyFiles=NV.Copy.inf, (...) und so weiter

(...)


...fügen Ihn darunter ein:

(...)

[NV5]
CopyFiles=NV.Copy.inf, (...) und so weiter

[NV10]
CopyFiles=NV.Copy.inf, (...) und so weiter

[NV10]
CopyFiles=NV.Copy.inf, (...) und so weiter


[NV10GL]
CopyFiles=NV.Copy.inf, (...) und so weiter

(...)


...und benennen diesen um:

(...)

[NV5]
CopyFiles=NV.Copy.inf, (...) und so weiter

[NV10]
CopyFiles=NV.Copy.inf, (...) und so weiter

[NV17]
CopyFiles=NV.Copy.inf, (...) und so weiter


[NV10GL]
CopyFiles=NV.Copy.inf, (...) und so weiter

(...)


Und um wie im vorherigen Punkt auf Nummer sicher zu gehen, fügen wir nochmal einen Block darunter ein
und nennen diesen "[NV17M]", also:

(...)

[NV5]
CopyFiles=NV.Copy.inf, (...) und so weiter

[NV10]
CopyFiles=NV.Copy.inf, (...) und so weiter

[NV17]
CopyFiles=NV.Copy.inf, (...) und so weiter

[NV17M]
CopyFiles=NV.Copy.inf, (...) und so weiter


[NV10GL]
CopyFiles=NV.Copy.inf, (...) und so weiter

(...)



9.) Jetzt kommt der letzte Teil der Editierung. Wir scrollen fast bis ans Ende der Datei und sehen unter
"INFName=nvaml.inf" die Hardware Displaynamen:

NVIDIA&DEV_0028.DeviceDesc="NVIDIA RIVA TNT2/TNT2 Pro (Omega 9M 1.4523)"
NVIDIA&DEV_0029.DeviceDesc="NVIDIA RIVA TNT2 Ultra (Omega 9M 1.4523)"
NVIDIA&DEV_002C.DeviceDesc="NVIDIA Vanata/Vanta LT (Omega 9M 1.4523)"

(...)


Hier fügen wir nach dem selben Schema noch eine Zeile mit unserer Device ID hinzu und legen damit fest,
wie unsere Grafikkarte im Geräte-Manager und unter Windows angezeigt wird:

NVIDIA&DEV_0028.DeviceDesc="NVIDIA RIVA TNT2/TNT2 Pro (Omega 9M 1.4523)"
NVIDIA&DEV_0029.DeviceDesc="NVIDIA RIVA TNT2 Ultra (Omega 9M 1.4523)"
NVIDIA&DEV_002C.DeviceDesc="NVIDIA Vanata/Vanta LT (Omega 9M 1.4523)"
NVIDIA&DEV_0174.DeviceDesc="NVIDIA Geforce4 Go 440"

(...)



10.) Jetzt die Datei abspeichern und schließen. Diese Datei soll einmal im NVidia Omega Treiber Verzeichnis
"C:\Programme\NVidia Omega Drivers v1.4523\driver9M" bleiben und einmal in das vorher angelegte Verzeichnis des
extrahierten NVidia ForceWare Treibers kopiert werden "C:\Programme\Nvidia Display Treiber".

11.) Nun öffnen wir den Geräte-Manager, wählen die Grafikkarte aus und gehen auf Treiber aktualisieren.
Als Position geben wir jetzt das Verzeichnis des ForceWare Treibers an: "C:\Programme\Nvidia Display Treiber".

Die Grafikkarte wird erkannt und nach wenigen Dateien mault Windows rum, dass er die benötigten Dateien
im Verzeichnis nicht findet. Für den weiteren Installationsverlauf wird nun auf das NVidia Omega Treiber Verzeichnis
"C:\Programme\NVidia Omega Drivers v1.4523\" verwiesen.

WICHTIG: Sollte gefragt werden, ob neuere Dateien behalten werden sollen: NEIN!
Es sollen alle Daten überschrieben werden!


Und nun? Neustart und fertig! Ihr habt es geschafft! :guter:

Viel Spaß mit euerer Geforce Go Grafikkarte unter Windows 98/ME! Wie ihr seht werden die Taktraten richtig erkannt,
es sind alle 3D Einstellungen verfügbar, PowerMizer verrichtet seinen Dienst und ihr habt keinerlei Leistungseinbußen
ggü. dem Herstellertreiber für XP.
Zuletzt geändert von MIKKEY_DEE am 14.06.2019, 10:30, insgesamt 1-mal geändert.
PC: ASRock B450 Pro4, AMD R5 2600, AMD RX580 8GB, 16GB DDR4-3000 G.Skill Aegis,
1TB SSD SAM 850 EVO, 120GB SSD Crucial BX500, Win10 Pro, 3DMFS 12550

Notebook: Acer Nitro 5, AMD R5 2500U, AMD RX560X 4GB, 16GB DDR4-2400 Hynix,
500GB SSD SAM 750 EVO, Win10 Pro, 3DMFS 5400

HTPC: ASRock B450M Pro4, AMD R5 2400G, 16GB DDR4-3000 G.Skill Aegis,
2TB SSHD Seagate FireCuda, Win10 Pro, 3DMFS 3330

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Re: Nvidia Geforce 4 Go und andere NVidia Geforce Go unter Windows 98/ME

Beitragvon Joyrider » 04.01.2019, 16:35

Respekt! Sehr gut geschrieben und vor allem ausführlich dokumentiert!

Alle Achtung!
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Meine Lieblingszahl ist die 73. Sie ist die 21. Primzahl. Ihre Spiegelzahl ist die 37, welches die 12. Primzahl ist. Deren Spiegelzahl, die die 21, ist das Produkt aus der Multiplikation von der 3 und der 7. Zudem ist 73 ein binäres Zahlenpalindrom, vorwärts wie rückwärts geschrieben 1001001.

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Re: Nvidia Geforce 4 Go und andere NVidia Geforce Go unter Windows 98/ME

Beitragvon schmidtsmikey » 06.01.2019, 15:23

Coole Anleitung! Habe mich schon immer gefragt, wie die automatische Treiber-Erkennung in Windows funktioniert bzw. wie man ein Treiber-Paket erstellt. Habs anhand Anleitung verstanden...


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