Good bye Gentoo on my desktop

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schmidtsmikey
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Good bye Gentoo on my desktop

Beitragvon schmidtsmikey » 25.06.2014, 17:34

Gestern ist es passiert. Nachdem ich die Gentoo Linux Installation auf meinem Notebook aktualisieren wollte, bin ich wieder an vielen Update-Stellen hängen geblieben. Paketabhängigkeiten hier, fehlende Treiber dort und am Ende startete der X-Server nicht mehr, so dass ich nur noch die bash hatte. Das hat mich wieder so geärgert, dass ich mich nach knapp 10 Jahren dazu entschieden habe, Gentoo zumindest für den Desktop-Betrieb den Rücken zuzukehren. Mir ist der Aufwand schlicht zu groß, auch wenn man bei einer solchen Distribution super viel lernen kann, da man alles händisch umsetzt.

Aber ich habe mir endlich eingestanden, dass man die Zeit besser nutzen kann, als beispielsweise in den Tiefen der Linux-Systemwelt herumzustochern. Udev, Sandbox, Python usw. sind nur dann 100% zu handhaben, wenn man es auch versteht und das schafft man meiner Meinung nur dann, wenn man damit arbeitet. Sprich die Entwickler von Linux selbst.

Ich war lange Zeit stolz darauf, Linux Gentoo auf meinem Notebook zu betreiben. Aber ich habe auch viel, viel, viel Zeit mit der Konfiguration und Handhabung vergeudet. Nicht selten habe ich nach einen Update das System gecrashed und erst nach intensiver Recherche wieder lauffähig gemacht. Darauf habe ich einfach keine Lust mehr.

Ich habe mich nun für Debian entschieden, und war sowas von positiv überrascht. Vor allem freue mich darüber, dass ....

... die Neuinstallation keine Woche, sondern innerhalb 1 Stunde vollendet ist
... der DUAL-BOOT mit Windows 8 mit UEFI ohne weiteres dazutun funktioniert, obwohl dieses mir unter Gentoo zwei Wochen lang den letzten Nerv geraubt hat
... die Hardware vollständig unterstützt wird. Seit Erwerb meines Notebooks vor einem Jahr habe ich nur einen Teil der HArdware genutzt
... ich Programme innerhalb von wenigen Sekunden installiere, ohne sie aufwendig zu konfigurieren
... ich ein durch die Bank weg durchdachtes Layout/Design habe und mir nicht Umgebung selbst zusammenfrickeln muss
... die Einrichtung eines LAMPP (linux, apache, mysql, php) per Knopfdruck installiert und eingerichtet wird

Ich könnte die Liste nun unendlich lang weiterführen. Und ich sage Danke an Gentoo, dass ich diesen Komfort so zu schätzen weiß. Ich sage danke, dass ich mich bereits durch die Linux-Tiefen gequält habe und mir die Nutzung von Debian nun so leicht fällt. Ich sage danke für die gute alte Zeit.... aber jetzt ist es Zeit zu gehen.

:thx: :thx: :thx:

Dein leidgeplagter Linux-Anwender ;-)


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Re: Good bye Gentoo on my desktop

Beitragvon schmidtsmikey » 25.06.2014, 20:27

Jepp...und das gefällt mir eigentlich ganz. Ist mal wieder lustig, dass die Debianer bzw. Gnome-Verantwortlichen die Windows 8 Oberfläche nachahmen. Bestätigt mich wieder in meiner Meinung, dass die Mikkisoft-Leute doch nicht ganz so schlecht sind, wie man die immer macht :)

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Re: Good bye Gentoo on my desktop

Beitragvon Joyrider » 27.06.2014, 10:56

Hast du mal Debian mit LXDE probiert?

Rennt auf meinem Notebook wie Sau. :)
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Re: Good bye Gentoo on my desktop

Beitragvon schmidtsmikey » 27.06.2014, 12:53

Ich habe schon diverse "abgespeckte" Window Manager in der Hand gehabt, aber noch nicht mit Debian. Ich schaue mir das erst einmal in Ruhe an und möchte nicht gleich wieder irgendwelche Pakete von anderen Window Managern draufpacken.

Was sich bei mir die Jahre entwickelt hat: ich möchte mit meinem Notebook arbeiten und nicht ständig irgendwelche Dinge ausprobieren. Kurz gesagt: das Ding muss laufen, nachdem es eingerichtet ist. Für alles andere ist die Zeit zu knapp.

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Re: Good bye Gentoo on my desktop

Beitragvon schmidtsmikey » 27.06.2014, 18:52

Nochmal ins Forum gebrüllt: Debian is so easy! Die Paketverwaltung ist so einfach zu bedienen und vor allem so schnell. Kein Kompilieren mehr, keine Compiler-Optionen festlegen, einfach nur installieren...

:respekt: :respekt: :respekt:

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Re: Good bye Gentoo on my desktop

Beitragvon psico » 28.06.2014, 10:06

Hey das tut mir leid mit deinem Gentoo, aber wiederum schön, dass du Debian "neu" entdeckt hast. Ich pernsönlich kann mit Gnome3 wenig anfangen. Ich mag unity von ubuntu auch wenn das UI noch Probleme hat.
Das man sich immer an der usebility von anderen OS-UI's anleht hat den einfachen Grund, dass es für "Wechsler" angenehm gemacht werden soll. Von daher verwundert es mich nicht, dass man mittlerweile verschiedenste Dinge von MAC Linux und Windows bei allen findet.
Ich persönlich bin momentan sehr Windows lastig unterwegs, was aber nicht heißen soll, dass mit anderen Systemen nicht regelmäßig geliebäugelt wird.

Ich werde mir zeitnahe noch mal 14.04 LTS mit der aktuellen Unity Version genauer anschauen. Wünsche dir aber viel Spass mit deinem neuen Debian. :mrgreen:
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Re: Good bye Gentoo on my desktop

Beitragvon Joyrider » 28.06.2014, 19:06

Hab mich oben vertan, ich meinte nicht LXDE (der ist schon sehr minimal), sondern XFCE.
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Re: Good bye Gentoo on my desktop

Beitragvon psico » 30.06.2014, 19:56

Optisch spricht mich die Linux Distribution Ozon gerade sehr an.
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Re: Good bye Gentoo on my desktop

Beitragvon -AB- » 01.07.2014, 23:27

Nachdem Gnome3 bei mir 2012 extrem verbuggt war, und Unity nunmal sinnvoll nur auf Tablets benutzt werden kann, KDE zu... voll? verbuggt und verwirrend war... hab ich 2 Jahre lang weiter Gnome2 verwendet, bevor ich jetzt auf XFCE umgestiegen bin.

Ist inzwischen genauso gut - Compiz habe ich mir gespart, habe zwar jetzt keine Effekte mehr, aber dafür funktioniert alles... Ohne Bugs... Ohne verschwindende Fensterleisten... Ich kann wieder exakt in die Ecke klicken um ein Fenster zu schließen... Bin zufrieden :)

Ja, die Debian-Paketverwaltung ist geil. Wollte aber die Ubuntu-PPAs nicht missen und bin deshalb jetzt bei Xubuntu gelandet.

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Re: Good bye Gentoo on my desktop

Beitragvon Joyrider » 03.07.2014, 09:43

XFCE ist schon cool, kann dem nur zustimmen.

Schnell, schlank, übersichtlich.

Und im Zweifel kann man sich ja KDE, Gnome, LXDE oder Unity noch dazu packen. Oder einfach alle. :)
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Re: Good bye Gentoo on my desktop

Beitragvon schmidtsmikey » 04.07.2014, 06:13

Wieder eine geile Sache: habe eine Lenovo Bluetooth Tastatur. Hatte die immer mit dem mitgelieferten USB-Dongle benutzt. Debian hat die Tastatur auch so erkannt, so dass der Dongel nun in die Schreibtisch-Schublade gelandet ist.

Funktioniert einfach automatisch. Unter Gentoo:

1. Problem: ich habe gar nicht gewusst, dass sowas funktioniert
2. Problem: ich hätte Blutooth in den Kernel korrekt einbinden, die richtigen Blutooth-Pakete installieren und die Konfiguration manuell vornehmen müssen. Geschätzter Administrationsaufwand: 2 Wochen ;-)

Gentoo auf Server-Systemen ist eine Top-Sache. Aber auf einem Desktop muss es einfach von alleine laufen. Da nehme ich ein "träges" System gerne in Kauf. Natürlich ist Debian mit Gnome 3 nicht so flott wie ein Hard-kompiliertes Gentoo mit Fluxbox oder XFCE Window Manager. Aber dies geht nun mal auf Kosten der Systemadministration.

Man bin ich happy!!!

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Re: Good bye Gentoo on my desktop

Beitragvon linkin_park_forever » 26.03.2017, 17:25

Nutzt du derzeit immer noch Debian + Gnome?
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Re: Good bye Gentoo on my desktop

Beitragvon schmidtsmikey » 10.04.2017, 20:43

jepp... und bin super zufrieden ...!

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Re: Good bye Gentoo on my desktop

Beitragvon linkin_park_forever » 10.04.2017, 21:55

Ich bin gerade wieder am Zweifeln. Mir gefällt das GUI und an und für sich bin ich auch lernbereit, was das Terminal betrifft. Aber es geht z.B. keine einzige proprietäre Software, die ich in der Uni/Arbeit nutze (Nahezu alle kommerziellen GIS-Programme, Adobe Acrobat Pro und solche Sachen). Man könnte jetzt VirtualBox nutzen und ein Windows in Linux laufen lassen, aber das führt das Ganze doch ad absurdum.

Ubuntu musste ich in Verbindung mit meinem derzeitigen Laptop leider recht schnell wieder löschen, die Lüftersteuerung war unter Ubuntu nicht kontrollierbar und der CPU-Lüfter drehte viel schneller nach oben als unter Windows (dort oftmals sogar komplett aus). Vielleicht lag es auch an den Grafiktreibern unter Ubuntu. Aber so rein für Office, Mail, Chatten, Surfen, Musik, Filme gefällt mir Linux sehr gut. Selbst meine Lieblings-Casual-Shooter laufen darauf (nativ) gut.

Nur sobald ich halt wirklich ernsthaft produktiv arbeiten muss, kriege ich weder ArcDesktop, noch Erdas noch alle anderen Geoinformations-Suiten zum Laufen. Und Open Source-GIS, das auch Linux unterstützt, bspw. GrassGIS, wird kaum genutzt (in den Unis so gut wie gar nicht).
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