Hat jemand Erfahrungen mit FreeBSD und OpenBSD?

Kernel, Tools, Software, Distributionen, Installation, Treiber, Einstellungen

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Hat jemand Erfahrungen mit FreeBSD und OpenBSD?

Beitragvon Joyrider » 27.07.2012, 11:45

Ich weiss das es kein Linux ist, aber nen UNIX-Bereich gibts ja leider nicht.

Derzeit teste ich FreeBSD, werde mir jedoch auch nochmal OpenBSD anschauen.

Kennt jemand von euch eines der Systeme?

FreeBSD sagt mir bisher sehr zu und ich werde auf meinem nächsten Server (wann auch immer der kommt) ein BSD einsetzen. Vermutlich OpenBSD, da es sich für den Server-Einsatz besser eignen soll.

Momentan teste ich in einer VM und bin daher für alle Tips und Tricks dankbar.

In den Echtbetrieb will ich damit erst wenn ich das System zu 100% administrieren kann und keine Sicherheitslücken (durch fehlendes Wissen) entstehen.



Was bisher noch nicht so klappte:
Pakete installieren mit pkg_add
Z.B. ging xorg nicht, wegen fehlender Abhängigkeiten.

Vorher hatte ich mit portsnap die Ports geholt:
portsnap fetch
portsnap extract
portsnap update

Das Kompilieren von Hand geht/ging, dauert aber entsprechend lange, trotz Quad-Core.
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Re: Hat jemand Erfahrungen mit FreeBSD und OpenBSD?

Beitragvon schmidtsmikey » 30.07.2012, 06:13

Ich habe den Unterschied zwischen Unix / Linux nie so wirklich verstanden. Warten wir mal ab, was Linuxone dazu sagt :D

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Re: Hat jemand Erfahrungen mit FreeBSD und OpenBSD?

Beitragvon Joyrider » 30.07.2012, 06:41

Bisher schaut OpenBSD für mich etwas komplexer aus, eher wie Gentoo im Vergleich zu nem Ubuntu.

Man kann/muss alles von Hand einstellen. Einerseits sehr praktisch, andererseits für den Anfang sehr schwer. Wobei vielleicht gerade das auch den besten Lerneffekt bietet.
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Re: Hat jemand Erfahrungen mit FreeBSD und OpenBSD?

Beitragvon Jensomio » 30.07.2012, 07:09

BSD (Berkeley Software Distribution) ist ein Klon von Unix. Ziel war und ist es eine Freie Alternative zu liefern. So haben sie reverse engineering betrieben um kompatibel zu bleiben. Im Gegensatz zu GNU/Linux, welches sich aus einer Sammlung von Basistools (GNU) und dem Linux Kernel zusammensetzt, bringt BSD mit dem Kernel auch gleich das Betriebssystem mit.
Unixartige Systeme Bauen auf das Konzept von AT&Ts (früher Bell Labs) UNIX auf. Wenn die Software UNIX zertifiziert ist, darf das System mit einem großgeschriebenen UNIX gekennzeichnet sein, ansonsten spricht man von Unix-artig.

Richard Stallman hatte damals das GNU-Projekt ins Leben gerufen, da es kein freies UNIX gab, dessen Quellen frei verfügbar waren. Ziel war trotz des Names („GNU’s Not Unix“) ein Unix-kompatibles Betriebssystem zu liefern.
Wie man sich eigentlich schon denken kann ist Linux kein Betriebssystem, sondern es stellt eher den Verwaltenden Kern dessen dar.

Eines der besagten Unix-Konzepte ist das Dateisystem mit seinen hierarchischen Verzeichnissen, welche mit dem Wurzelverzeichnis (/) anfangen.

Ich selbst setze eigentlich kein BSD ein, weil ich immer wieder Treiberprobleme habe und nicht einmal eine einzige Installation auf meinem Laptop oder Rechner durchführen konnte. Und nur für Virtuelle Maschinen, werde ich mich da nicht einarbeiten.
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Re: Hat jemand Erfahrungen mit FreeBSD und OpenBSD?

Beitragvon Joyrider » 30.07.2012, 08:23

Mein Ziel ist nen BSD auf meinem nächsten Root zu betreiben und von Hetzner wird es auch angeboten, daher sehe ich zumindest bei den Treibern keine Probleme.

Auf dem Heim-PC ziehe ich es in Erwägung, jedoch ist dein Argument mit den Treibern sehr gut, das hatte ich bisher nämlich gar nicht berücksichtigt. :(
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Re: Hat jemand Erfahrungen mit FreeBSD und OpenBSD?

Beitragvon Jensomio » 30.07.2012, 08:51

Gibs zu, du willst es eh nur wegen dem Teufelchen xD
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Re: Hat jemand Erfahrungen mit FreeBSD und OpenBSD?

Beitragvon Joyrider » 30.07.2012, 09:23

Nein, ich gebe das nicht zu. ;)

Welche BSD's sind denn zum Testen noch zu empfehlen?

Ich nutze es derzeit hauptsächlich um mich abzulenken. Gegen die Krankenkasse wirds vermutlich noch per Anwalt weitergehen. Da kommt noch einiges nach.

Und mein hoffentlich neuer Arbeitgeber meldet sich erst diese Woche, da sich ein Termin bei denen verschoben hat. :(
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Re: Hat jemand Erfahrungen mit FreeBSD und OpenBSD?

Beitragvon Jensomio » 30.07.2012, 09:29

  • FreeBSD originally targetted getting the best possible performance on the 386 platform. Lately, it's expanded to a number of other platforms including Alpha and SPARC, as well as to the heirs of i386, Intel's Itanium, and AMD's Opteron. Its primary goal is to be as robust and efficient as possible on its various platforms, both for server and desktop roles.
  • NetBSD is aimed at running on as many platforms as possible. Its goal is to be the most portable OS on the planet, and it seems to do a pretty fair job at it.
  • OpenBSD is focused primarily (some would say 'solely') on security and related topics. Tight integration of security and auditability and cryptography and related issues are its primary goal.

Auszug aus:

BSD for Linux Users

könnte für dich interessant sein :) Ansonsten hau rein und mach sie per Anwalt fertig!
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Re: Hat jemand Erfahrungen mit FreeBSD und OpenBSD?

Beitragvon Joyrider » 30.07.2012, 10:48

NetBSD schau ich mir mal an, danke.

Und wegen dem Anwalt: Es ist schade das es soweit kommen musste, aber irgendwann kommt der Tropfen der das Fass zum Überlaufen bringt.

Und ich will und werde NICHT meine berufliche und private Zukunft (Hartz IV droht irgendwann) aufs Spiel setzen, nur weil die Krankenkasse nicht zahlen will.
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Re: Hat jemand Erfahrungen mit FreeBSD und OpenBSD?

Beitragvon schmidtsmikey » 30.07.2012, 14:03

@Jensomio
Danke für die ausführliche Beschreibung. Was ich rauslese ist, das UNIX wahrscheinlich super stable ist, da alles aus einer Hand kommt.

Das bevorzuge ich Linux. Das Prinzip "ich nehme den Kernel und baue mein System aus den zahlreichen Einzelprojekten zusammen" finde ich super. Auch wenn es teilweise ausartet und die oft zitierte Freiheit zu Verwirrungen führt. Zu letzterem kann ich nur sagen, dass die Auswahl beschränkt sein sollte, was es vielen Anfängern einfacher machen würde (ich glaube ich habe drei Jahre gebraucht, bis ich meinen Window Manager gefunden habe).

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Re: Hat jemand Erfahrungen mit FreeBSD und OpenBSD?

Beitragvon Joyrider » 30.07.2012, 14:17

Wieso sollte man die Auswahl beschränken?

Generell kann jeder ein Linux installieren und nutzen.

Wer die Freiheiten will muss sich eben mit den Möglichkeiten auseinandersetzen, das gehört dazu und ist wie ich finde auch wichtig.


Beispiel: Du kannst ja auch in Deutschland hinfahren wo du willst. Wenn du z.B. gern in den Harz willst aber dich da nicht auskennst musst du dich ja auch informieren wo man da hin kann, bzw. wie man hin kommt. Wenn du das nicht machen willst... hast du Pech. :)
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Re: Hat jemand Erfahrungen mit FreeBSD und OpenBSD?

Beitragvon schmidtsmikey » 31.07.2012, 15:10

Die Betonung liegt auf teilweise.

Viele Linux-Anwender vergessen den Usability-Aspekt und Einfachheit heißt nicht immer, dass es schlecht ist. Ich bin weder pro noch contra Linux, genauso wie für die anderen Betriebssysteme.

Und in meinen Augen ist das ein Problem: bevor ich ein einziges Mal damit gearbeitet habe, muss ich zahlreiche Entscheidungen treffen.

Beispiel: unter Windows gibt es einen Standard Dateimanager. Ich bin mal so frei zu behaupten, dass sich viele Leute darüber Gedanken gemacht haben, dass die meisten Anwender damit zurecht kommen. D.h. viel Know-How steckt dahinter und der Anwender hat ein gutes Produkt in der Hand.

Unter Linux gibt es sehr viele Dateimanager. Welchen soll ich nehmen? Welcher ist gut? Wenn man jemanden fragt, bekommt man zahlreiche Möglichkeiten. Jeder hat aber andere Ansprüche.

Was heißt das für mich? Ich kann erst einmal auf die Suche nach dem passenden Dateimanager gehen. Kostet Zeit, Nerven und Spaß.

Ich habe es ein wenig überspitzt, aber in meiner jahrelangen Erfahrung bin ich immer wieder auf diese Problematik gestoßen. Ich denke mir immer: Warum nicht 2, 3 gute Projekte statt 50 Halbfertige

P.S.: Ich nutze seit Jahren ausschließlich Linux Gentoo. Ich glaube ich kann behaupten, dass ich weiß, wovon ich rede :D

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Re: Hat jemand Erfahrungen mit FreeBSD und OpenBSD?

Beitragvon Jensomio » 31.07.2012, 18:47

Ja eben, du benutzt Gentoo. Die Distribution, bei der du die meisten Wahlen durchführen musst. Du hättest aber auch eine fertige Distribution nutzen können und dessen Dateimanager nehmen können. Ich bin jetzt nicht das beste Beispiel, da ich gar keinen benutze und alles über die Shell mache. Kde hat z.B. mit Dolphin einen recht guten Dateimanager soweit ich das beurteilen kann. Natürlich musst du dich noch entscheiden, welche Distribution du nimmst, aber da hättest du ja schon bestehende Vergleiche benutzen können und damals z.B. Suse nehmen können und heute eben Ubuntu. Ich finde die Auswahlmöglichkeiten super.
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Re: Hat jemand Erfahrungen mit FreeBSD und OpenBSD?

Beitragvon schmidtsmikey » 31.07.2012, 19:15

Ok, Gentoo ist natürlich extrem, was die Auswahlmöglichkeiten und Selbständigkeit angeht. Aber ich könnte das Spiel nun unendlich weiterspielen. Selbst die Anzahl der Linux-Distributionen macht es unnötig kompliziert. Könnte man nicht die Man-Power in ein paar wenigen Distributionen bündeln? Vielleicht 3 Distributionen für den Desktop-Bereich anstatt die Hülle und Fülle?

Auch hier muss ich Mikkisoft und MAC OS X loben: die konzentrieren sich auf eine Sache.

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Re: Hat jemand Erfahrungen mit FreeBSD und OpenBSD?

Beitragvon Joyrider » 31.07.2012, 19:45

schmidtsmikey hat geschrieben:Beispiel: unter Windows gibt es einen Standard Dateimanager. Ich bin mal so frei zu behaupten, dass sich viele Leute darüber Gedanken gemacht haben, dass die meisten Anwender damit zurecht kommen. D.h. viel Know-How steckt dahinter und der Anwender hat ein gutes Produkt in der Hand.

Naja, das ist doch dann auch dein Problem.

Welcher Dateimanager dir am besten gefällt kannst nur du wissen. Und genau diese Vielfalt macht doch Linux aus.

Ich persönlich mag den Windows-Explorer nicht. Ich nutze seit vielen Jahren fast nur noch den SpeedCommander und bin mit dem zufrieden.

In Linux nutze ich z.B. Krusader und auf der Konsole eben den MidnightCommander.

Ist doch mit den Desktops das gleiche: Willst du KDE, weil Windows-like? GNOME, Unity oder XFCE? Haben alle ihre Vorteile. Wählen musst du selbst. Wenn du das nicht willst: Nen Mac oder Windows nehmen.



schmidtsmikey hat geschrieben:Selbst die Anzahl der Linux-Distributionen macht es unnötig kompliziert. Könnte man nicht die Man-Power in ein paar wenigen Distributionen bündeln? Vielleicht 3 Distributionen für den Desktop-Bereich anstatt die Hülle und Fülle?

Auch hier bin ich anderer Meinung:
Große Auswahl, eigene Projekte, alle mit Vor und Nachteilen. Was bringt z.B. ein einfaches System (Ubuntu) wo man aber nicht die Auswahl und Selbstständigkeit hat wie bei nem Gentoo. Linux ist nunmal nicht für Jedermann. Es ist frei, offen und vielseitig. Denn genau davon leben Linux und die Distributionen doch.


Wenn es z.B. nur noch eine einzige Distribution mit einem einzigen Dateimanager gäbe: Damit wäre doch keinem geholfen, weil jeder irgendwo Abstriche machen muss.

Und ganz ehrlich: Wer zu faul ist zum Suchen, der hat dann einfach Pech. Wenn man sich eh nicht informieren oder mit dem System auseinandersetzen will dann ist man mit Linux eh schlecht beraten.


Anderes Beispiel: Browserwahl in Windows: Nur noch den IE? Oder nur noch den Firefox? Damit wäre vor allem den Nutzern NICHT geholfen die auf Opera oder Chrome oder Safari schwören.
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Re: Hat jemand Erfahrungen mit FreeBSD und OpenBSD?

Beitragvon schmidtsmikey » 02.08.2012, 15:52

Ich führe ja gerne solche Diskussionen ;-) Wobei es bei solchen Grundsätzen immer sehr schwierig ist. und meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass die Linux-Vertreter hartnäckig ohne Ende sind und sich nur wenig eingestehen wollen. Nimm das nicht persönlich, Joyrider, aber Aussagen wie "dann nimm doch Windows" ist dann nicht mehr objektiv genug.

Ich möchte noch mal darauf hinweisen, dass ich langjähriger Linux-Anwender bin. Und das bin ich auch gerne, weil ich mehr über das System, die Technik und Ansätze erfahren möchte. Trotzdem stelle ich mich nicht dahin und behaupte, Linux sei das einzig wahre und das perfekte Betriebssystem (und das tun nun mal viele. Wer es live erleben möchte, der postet mal ein paar Fragen #gentoo.de IRC. Die Mentalität ist zum Kotzen. Jeder meint er wäre was besseres und will Dir ersteinmal groß und breit erklären, was Du für ein DAU bist, weil Du nicht weißt "dass beim letzten Update von udev 1.3.3.5 auf 1.3.3.6 der Regelsatz für die Konfiguration von Festplatten der Marke Hitachi geändert wurde, was Du in Zeile 2398 der udev.conf einfach anpassen musst". :crazy: .)

Ich bin unparteiisch sehe die Vor-/Nachteile auf beiden Seiten. Die Kritik, die ich äußere, zielt darauf ab, Linux besser zu machen. Und da kommt der Punkt: Möchte man ein O.S. für den technikverliebten Nerd, für den Problemlösungen eine Art Zeitvertreib sind, oder möchte man ein ausgereiftes Betriebssystem haben?

Ich behaupte, dass Linux kein ausgereiftes Betriebssystem für die Massen (damit meine ich nicht nur die Home-User, sondern auch Unternehmen, Behörden usw.) ist. Im Serverbereich, ja. In irgendwelcher Steuersoftware, ja?

Ich habe als Systemadministrator gearbeitet. Ich würde es niemals verantworten, Linux auf die Arbeitsplätze auszurollen. Das Risiko wäre mir zu groß und Zeit kostet nun mal Geld. Zu Hause tut es mir nicht weh, aber in Unternehmen müssen die Systeme laufen und miteinander harmonieren. Und da sehe ich unter Linux einfach ein Problem. Dann ist die Software nicht kompatibel, die Hardware wird nicht unterstützt, der Spezial-Drucker läuft nicht, die usabililty lässt zu wünschen übrig und und und...

Warum das so ist? Es gibt viele Gründe. Einer ist, dass Linux nicht so weit verbreitet ist, so dass die Hardware-Hersteller keine Treiber entwickeln. Linux müsste weiter verbreitet sein, aber das will man in der Linux-Gemeinde nicht (hört man auch an den Aussagen von Joyrider). Da beißt sich der Hund in den Schwanz (oder war es die Katze).

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Re: Hat jemand Erfahrungen mit FreeBSD und OpenBSD?

Beitragvon Joyrider » 02.08.2012, 16:20

Ich würde generell Linux in Unternehmen auf Servern einsetzen und Windows als Clients.

Hinzu kommt das Linux gar kein System für die Masse ist. Es sei denn die Masse würde sich damit beschäftigen. Aber das wollen viele nicht.

Wer würde denn von einem Linux welches dir alles abnimmt profitieren? Dann hättest du einen Nutzer der keine Ahnung hat, aber sich freuen kann das er Linux nutzt. Und dann?

Das ist derzeit meine Sichtweise. Und ich mag die Diskussion auch.
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Re: Hat jemand Erfahrungen mit FreeBSD und OpenBSD?

Beitragvon schmidtsmikey » 02.08.2012, 18:26

Hehe,

Du gibst Doch nicht auf, weil ich der Admin bin? Nur weil ich die Seiten betreue heißt das nicht, dass das alles auch stimmt :heilig:

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Re: Hat jemand Erfahrungen mit FreeBSD und OpenBSD?

Beitragvon Jensomio » 02.08.2012, 18:47

Nein er gibt eben nicht auf, ihr meint in etwa das Selbe. Seine Kernaussage war von Anfang an, dass er der Meinung ist, dass Linux kein Produkt für die Masse ist. Auf Servern ist es klar das bessere System, aber wie du schon sagtest: die Usability ist nicht gerade die Beste.

Ich hoffe auf eine weitere Verbreitung, damit sich gerade an dem Punkt etwas bessert. Eine Hoffnung von mir ist die Spielindustrie. Wenn die Blut geleckt haben und merken wie einfach sich etwas unter Linux entwickeln lässt und es für sich als Spieleplattform entdecken, fangen sie an auch am Desktop zu arbeiten. Ich bin Softwareentwickler und ich liebe das Entwickeln unter Linux. Momentan muss ich für Windoes ein zwei Applikationen entwickeln und bin schon wieder genervt davon. Ich weiß mittlerweile ganz gut, was ich dafür machen muss, aber es ist nicht gerade toll.
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Re: Hat jemand Erfahrungen mit FreeBSD und OpenBSD?

Beitragvon Joyrider » 03.08.2012, 07:32

Ja, aber du vergisst einen wichtigen Punkt:
Linux setzt leider voraus das man sich damit beschäftigt. Und viele PC-Nutzer sind dazu nicht willens.

Eine bessere Usability schön und gut, wenn sich da keiner um das System kümmert bringt das ja auch nichts.


Wobei Ubuntu schon sehr windows-like wird und generell von fast jedem Linux-Anfänger als erstes genutzt wird.


Ich bin skeptisch, denn Linux gehört nicht in die Hände von Leuten die nicht gewillt sind sich mit dem PC/System zu beschäftigen. Es ist zu gefährlich wenn man nicht weiss was man tut.
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